Im Jahr 2025 werden die wirtschaftlichen Bedingungen, die geopolitischen Verhältnisse und das verfügbare Angebot die globalen Märkte für tierische Proteine erheblich beeinflussen. Während makroökonomische Schwankungen und politische Veränderungen für Unsicherheiten bei der Nachfrage sorgen werden, wird erwartet, dass Meeresfrüchte die Geflügelproduktion als Hauptmotor für das Wachstum des globalen Proteinangebots überholen werden.
Für die Aquakultur und den Wildfang wird ein Wachstum von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, nach einem Rückgang von 0,3 % im Jahr 2024. Die Geflügelproduktion wird ihr stabiles Wachstum fortsetzen, während die Rindfleischproduktion aufgrund von Rückgängen in wichtigen Regionen sinken dürfte. Die Schweinefleischproduktion wird nach einem erheblichen Anstieg in den Jahren 2021 bis 2023 aufgrund der langsamen Erholung von der Afrikanischen Schweinepest nur geringfügig (+0,1 %) wachsen.
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Während die Weltwirtschaft nach einer Erholung strebt, könnten die zu erwartenden politischen Veränderungen der neuen Regierungen protektionistische Maßnahmen beinhalten, die zu Zöllen und höheren Handelskosten führen. Militärische Konflikte könnten die Schifffahrt und den Frachtverkehr weiter stören, den Welthandel beeinträchtigen und die Marktvolatilität erhöhen. Obwohl der Inflationsdruck nachgelassen hat, könnten politische Entscheidungen diesen Trend umkehren und die Verbrauchernachfrage schwächen, wenn die Einkommen nicht entsprechend steigen.
Auftretende Tierseuchen und deren Auswirkungen stellen die Erzeuger weiterhin vor Herausforderungen. Die Branche wird sich zunehmend auf Impfstoffe, Genetik und Technologien stützen, um Tierkrankheiten besser in den Griff zu bekommen und zu bekämpfen.
Nachhaltigkeit bleibt ein Schwerpunkt für die Lieferketten im Bereich der tierischen Proteine, wobei gesetzgeberische Maßnahmen und umweltbedingte Zwänge zu den strategischen Risiken gehören. Im Zuge der Weiterentwicklung der Berichterstattungsrichtlinien wird den Unternehmen empfohlen, sich auf die Datenerhebung vorzubereiten und durch neue Technologien Synergien zwischen Klima- und Naturschutz und den regulatorischen Anforderungen zu finden.
22. Januar 2025/ Rabobank.
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